Das Erstgespräch in einem Kinderwunschzentrum markiert den ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zur erfüllten Elternschaft. Viele Paare fühlen sich unsicher, was genau sie erwartet. In diesem Beitrag erfahren Sie detailliert, wie der Termin abläuft, welche Unterlagen Sie mitbringen sollten und welche Fragen Sie stellen können. Mit über 438 gelisteten Kinderwunschzentren in 174 Städten und allen 16 Bundesländern auf KinderwunschzentrumFinder.de finden Sie schnell ein passendes Zentrum in Ihrer Nähe – etwa Kinderwunschzentren in Bayern oder Kinderwunschzentren in Nordrhein-Westfalen.
Das Erstgespräch dient der umfassenden Anamnese, einer ersten Einschätzung Ihrer Chancen und der Planung weiterer diagnostischer Schritte. Es ist ratsam, dass beide Partner teilnehmen, da Ursachen für Unfruchtbarkeit oft paarbezogen sind. Nach aktueller Rechtslage in Deutschland übernehmen gesetzliche Krankenkassen bis zu 50 Prozent der Kosten für assistierte Reproduktionstechniken wie IVF oder ICSI, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (z. B. nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses). Private Zusatzversicherungen können den Rest abdecken.
Vorbereitung auf das Erstgespräch
Eine gute Vorbereitung minimiert Stress und maximiert den Nutzen des Termins. Planen Sie ausreichend Zeit ein – der Termin dauert in der Regel 45 bis 90 Minuten. Buchen Sie frühzeitig, da Wartezeiten in stark frequentierten Zentren mehrere Wochen betragen können.
Welche Unterlagen Sie mitbringen sollten
Bringen Sie folgende Dokumente mit, um eine schnelle Einordnung zu ermöglichen:
- Überweisungsschein des Gynäkologen oder Urologen: Viele Kinderwunschzentren verlangen diesen für die Kassenabrechnung. Ohne ihn fallen Kosten an, die zwischen 0 und 200 Euro liegen können.
- Vorherige Untersuchungsergebnisse: Alle Befunde aus den letzten Jahren, einschließlich Hormonpanels (z. B. FSH, LH, Prolaktin, Östradiol), Ultraschallberichte und Blutwerte.
- Spermiogramm des Partners: Ein frisches Spermiogramm (nach WHO-Standards, 5. Edition) ist essenziell. Es sollte nicht älter als sechs Monate sein und Parameter wie Spermienkonzentration (mindestens 15 Millionen/ml), Motilität (mindestens 40 %) und Morphologie erfassen.
- Medikamentenliste und Impfpass: Notieren Sie alle aktuellen Medikamente, Allergien und Vorerkrankungen.
- Notizen zu Ihrem Zyklus: Dauer, Regelmäßigkeit, Blutungen und frühere Schwangerschaften.
Falls Sie privat zahlen, klären Sie vorab die Kostenstruktur. Zertifizierte Zentren nach Standards der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin (DGGG) oder der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) bieten transparente Preise.
Praktische Tipps vor dem Termin
Tragen Sie bequeme Kleidung, da eine gynäkologische Untersuchung möglich ist. Essen Sie leicht, falls Blutabnahmen geplant sind. Emotionale Vorbereitung ist entscheidend: Sprechen Sie im Vorfeld mit Ihrem Partner über Erwartungen und Ängste. Ressourcen wie Beratungsstellen der Pro-Familia oder Selbsthilfegruppen können hilfreich sein.
Ablauf des Erstgesprächs
Der Termin folgt einem standardisierten Ablauf, der auf evidenzbasierten Leitlinien der DGGG basiert.
Ankunft und Begrüßung
Bei Ankunft in der Klinik füllen Sie eventuell einen Fragebogen aus (ca. 10-15 Minuten). Eine medizinische Fachangestellte (MFA) misst Blutdruck, Gewicht und BMI. In manchen Zentren erfolgt eine erste Beratung durch eine Hebamme oder Psychologin.
Das ausführliche Anamnesegespräch
Der Facharzt für Reproduktionsmedizin (meist Gynäkologe mit Zusatzqualifikation) führt ein detailliertes Gespräch. Themen:
- Ihre reproduktive Vorgeschichte (Versuchsdauer: nach DGGG-Empfehlung ab 12 Monaten bei unter 35-Jährigen, ab 6 Monaten bei Älteren).
- Lebensstilfaktoren (Rauchen, Alkohol, BMI > 30 kg/m² als Risikofaktor).
- Familiäre Belastungen (z. B. Endometriose, PCOS).
Hier wird eine erste Erfolgsprognose gegeben, basierend auf Alter, AMH-Wert und anderen Parametern.
Erste Untersuchungen
Oft folgt eine transvaginale Sonographie zur Beurteilung von Eierstöcken (Antral-Follikelzählung: AFC, normal 8-15 Follikel pro Eierstock), Gebärmutter und eventuellen Myomen. Beim Mann kann eine Hodenuntersuchung erfolgen. Blutentnahmen für AMH (Anti-Müllerian-Hormon, prognostischer Marker für Ovarialreserve) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon, Tag 2-3 des Zyklus) sind üblich. Kosten für diese Basisdiagnostik: 100-300 Euro, kassenärztlich abrechenbar.
Wichtige Fragen an den Arzt
Stellen Sie gezielte Fragen, um Klarheit zu schaffen. Hier ein Entscheidungsrahmen:
| Thema | Beispiel-Fragen |
|---|---|
| Erfolgschancen | Welche Erfolgsraten haben Sie bei Paaren in unserem Alter (z. B. 35 Jahre)? Wie viele Zyklen sind realistisch? |
| Kosten | Welche Leistungen übernimmt die Kasse? Gibt es Pauschalen für IVF (ca. 3.000-5.000 Euro pro Zyklus)? |
| Risiken | Welche Komplikationsraten bei OHSS (Ovariales Hyperstimulationssyndrom, <5 %)? |
| Alternativen | Ist IUI (Intrauterine Insemination, Erfolgsrate 10-20 % pro Zyklus) vor IVF sinnvoll? |
| Zertifizierungen | Sind Sie DGGG-zertifiziert? Wie hoch ist Ihr Embryosurvival-Rate (nach ESHRE >90 %)? |
Notieren Sie Antworten – viele Kliniken bieten Folgetermine oder Online-Portale an.
Diagnostische Untersuchungen nach dem Erstgespräch
Das Erstgespräch leitet den Basisdiagnostik-Marathon ein, der 4-8 Wochen dauert.
Hormonelle und sonographische Tests
- AMH: Bluttest, unabhängig vom Zyklus (Referenzwerte: 1-4 ng/ml optimal).
- FSH und AFC: Frühzyklus-Sonographie für Reserveschätzung.
- Hysterosalpingographie (HSG): Röntgen der Eileiterdurchgängigkeit (ca. 100-200 Euro, Tag 7-10 Zyklus).
Beim Mann: Erweiterte Andrologie (Testosteron, FSH, ggf. Testikularbiopsie).
Erweiterte Diagnostik
Falls indiziert: Hysterographie, Laparoskopie bei Verdacht auf Endometriose oder Immunchecks. Regionale Unterschiede: In Bayern oder Baden-Württemberg sind Wartezeiten kürzer durch höhere Zentren-Dichte.
Vom Erstgespräch zum Behandlungsstart
Nach Abschluss der Diagnostik (innerhalb 1-3 Monaten) folgt die Therapieempfehlung. Bis zum ersten Behandlungszyklus vergehen typisch 2-6 Monate, abhängig von Wartelisten und Kassenfreigabe. In Ballungszentren wie Kinderwunschzentren in Berlin sind Termine schneller verfügbar.
Nach der Kassenüberprüfung (Formular „Antrag auf Kostenübernahme“) startet z. B. eine Hormonstimulation (ca. 10-14 Tage). Regelmäßige Kontrollen per Ultraschall gewährleisten Qualität.
Emotionale Vorbereitung und Unterstützung
Das Thema Kinderwunsch belastet emotional. Bereiten Sie sich vor:
- Paargespräche: Teilen Sie Gefühle offen.
- Professionelle Hilfe: Viele Zentren bieten Psychoonkologie oder Paartherapie (nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert).
- Selbsthilfe: Foren wie „Kinderwunsch.de“ oder Gilden wie der Berufsverband Reproduktionsmedizinischer Praxen.
Insgesamt ist das Erstgespräch motivierend: 60-70 % der Paare erreichen nach Basisdiagnostik eine Schwangerschaft innerhalb eines Jahres.
Fazit: Nächste Schritte
Das Erstgespräch gibt Orientierung und Hoffnung. Nutzen Sie unser Verzeichnis mit 438 Kliniken, um ein DGGG-zertifiziertes Kinderwunschzentrum zu finden. Suchen Sie jetzt Ihr Kinderwunschzentrum und starten Sie durch. Bei Fragen kontaktieren Sie uns – wir beraten kostenlos.
(Wortzahl: 1.248)