Was ist Social Freezing?
Social Freezing, auch als soziale Eizell-Einfrierung bekannt, ermöglicht Frauen, ihre Eizellen aus nicht-medizinischen Gründen einzufrieren. Der Hauptgrund ist oft der Wunsch, die biologische Uhr anzuhalten, etwa aufgrund beruflicher oder partnerschaftlicher Prioritäten. Im Gegensatz zu medizinischen Indikationen wie einer Chemotherapie dient Social Freezing der Familienplanung zu einem späteren Zeitpunkt.
In Deutschland bieten derzeit zahlreiche Kinderwunschzentren diesen Service an. Die Methode basiert auf der Kryokonservierung unreifer Eizellen, die durch hormonelle Stimulation gewonnen werden. Nach aktueller Rechtslage ist Social Freezing für Frauen bis zum 40. Lebensjahr möglich, wobei das ideale Alter vor dem 35. Lebensjahr liegt, da die Eizellenqualität dann am höchsten ist.
Die Technik der Vitrification – ein ultraschnelles Einfrieren – hat die Erfolgsraten signifikant verbessert. Laut Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin (DGGG) beträgt die Überlebensrate der Eizellen nach dem Auftauen rund 80 bis 90 Prozent. Dies macht Social Freezing zu einer realistischen Option in der Reproduktionsmedizin.
Unterschied zwischen Social Freezing und medizinischer Eizell-Einfrierung
Medizinische Eizell-Einfrierung erfolgt bei akuten Bedrohungen der Fruchtbarkeit, wie vor einer onkologischen Therapie, einer Strahlentherapie oder bei endometriosebedingter Infertilität. Hier übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten nach der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), sofern eine medizinische Notwendigkeit vorliegt.
Social Freezing hingegen ist eine private Leistung und wird nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet. Frauen finanzieren den Eingriff selbst. Der entscheidende Unterschied liegt in der Indikation: Bei medizinischer Freezing muss ein behandelnder Arzt die Dringlichkeit bescheinigen, während Social Freezing rein elektiv ist.
Beide Verfahren folgen denselben medizinischen Standards, einschließlich der Einhaltung der DIN EN ISO 15189 für medizinische Labore. Regionale Unterschiede bestehen nicht, da das Verfahren bundesweit einheitlich reguliert ist. In Bundesländern wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen finden Sie spezialisierte Kinderwunschzentren in Bayern, die beide Varianten anbieten.
Der Ablauf der Social Freezing: Schritt für Schritt
Der Prozess dauert etwa zwei bis drei Wochen und ähnelt dem Hormonstimulationsteil einer IVF-Behandlung. Er wird ambulant durchgeführt und erfordert enge Abstimmung mit einem Reproduktionsmediziner.
Hormonelle Stimulation
Zunächst erfolgt eine baseline-Ultraschalluntersuchung und eine Hormonbestimmung (FSH, AMH, Östradiol), um die Ovarialreserve zu bewerten. Die Anti-Müller-Hormon-Wert (AMH) gibt Aufschluss über die Eizellzahl: Werte über 2 ng/ml deuten auf gute Reserven hin.
Ab dem 2. bis 3. Zyklustag wird eine tägliche Injektion von follikelstimulierenden Hormonen (z. B. Gonal-F oder Puregon) appliziert, Dosierung 200–450 IE/Tag. Dies stimuliert mehrere Follikel (Ziel: 10–20). Regelmäßige Ultraschallkontrollen (alle 2–3 Tage) und Blutabnahmen überwachen den Östradiolspiegel. Nach 10–14 Tagen folgt die Trigger-Injektion (hCG oder GnRH-Analogon), die die Eizellreifung finalisiert.
Eizellentnahme (Punktions)
36 Stunden nach dem Trigger erfolgt die Punktion unter Ultraschallführung und leichter Analgesie oder Vollnarkose. Durch die Scheide wird eine Nadel in die Ovaren geführt, um die Follikel anzupunctieren. Pro Punktion werden im Schnitt 10–15 Eizellen entnommen. Die Dauer beträgt 20–30 Minuten. Komplikationen wie Nachblutungen sind selten (unter 1 Prozent).
Kryokonservierung durch Vitrification
Die gewonnene Eizellen werden sofort auf Eizellkulturmedien vorbereitet und durch Vitrification eingefroren. Diese Methode verwendet Kryoprotektiva und schockartiges Abkühlen auf -196 °C in flüssigem Stickstoff. Im Gegensatz zum langsamen Gefrieren minimiert sie Eiskristalle. Die Eizellen werden in speziellen Cryostraws gelagert. Kliniken führen ein Tiefkühlregister gemäß dem Stammzellgesetz (StZG) und den DGGG-Richtlinien.
Nach der Punktion können Sie bereits am selben Tag nach Hause gehen. Die Lagerung erfolgt in zertifizierten Biobanken mit automatischer Überwachung.
Kosten von Social Freezing in Deutschland
Die Kosten für Social Freezing variieren je nach Klinik, Anzahl der Stimulationszyklen und regionalen Preisstrukturen. Der erste Zyklus kostet durchschnittlich 3.000 bis 5.000 Euro, inklusive Stimulation, Punktion und Vitrification. Zusätzliche Zyklen kosten 2.500 bis 4.000 Euro.
Die jährliche Lagergebühr liegt bei 200 bis 400 Euro pro Jahr, abhängig von der Anzahl der Eizellen. Manche Kliniken verlangen eine Mindestlagerzeit von fünf Jahren oder eine Pauschale. In Großstädten wie Berlin oder München sind Preise tendenziell höher als in ländlichen Regionen.
Eine Kostenübersicht:
| Leistung | Kostenbereich (€) |
|---|---|
| Stimulation + Punktion | 3.000–5.000 |
| Vitrification | inklusive |
| Jährliche Lagerung | 200–400 |
| Auftauen + IVF später | 3.000–6.000 |
Finanzierungsmöglichkeiten umfassen Ratenzahlungen oder private Zusatzversicherungen, die teilweise Erstattungen bieten. Vergleichen Sie Angebote über Portale wie KinderwunschzentrumFinder.de, das 438 Kliniken in 16 Bundesländern und 174 Städten listet.
Erfolgschancen und ideales Alter für Social Freezing
Die Erfolgsraten hängen vom Alter bei der Entnahme ab. Eizellen vor dem 35. Lebensjahr erzielen die besten Ergebnisse: Nach Auftauen und IVF liegt die Schwangerschaftsrate pro Zyklus bei 40–50 Prozent. Ab 35 sinkt sie auf 30 Prozent, ab 38 auf unter 20 Prozent.
Pro Zyklus sollten mindestens 10–15 Eizellen eingefroren werden, um eine realistische Chance auf ein Kind zu haben (ca. 70–80 Prozent kumulativ). Die DGGG empfiehlt eine Beratung zur Eizellqualität mittels Antral-Follikelzählung (AFC).
Praktischer Entscheidungsrahmen:
- AMH > 1,5 ng/ml und AFC > 10: Gute Kandidatin.
- Alter < 35: Optimal.
- 2–3 Zyklen planen, falls erste Ernte gering.
Risiken sind gering: Ovariales Hyperstimulationssyndrom (OHSS) tritt in 1–2 Prozent schwer auf.
Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland
Nach aktueller Rechtslage erlaubt das Bundesverfassungsgericht die Entnahme und Kryokonservierung von bis zu 25 unreifen Eizellen pro Frau ausschließlich zu eigenen Zwecken. Das Embryonenschutzgesetz (ESchG) verbietet die Befruchtung eingefrorener Eizellen vor der Implantation. Eizellen müssen in Deutschland gelagert werden; Auslandslagerung ist möglich, erfordert aber Verträge.
Die Lagerzeit ist unbegrenzt, solange Gebühren gezahlt werden. Bei Tod oder Verzicht fallen die Eizellen an die Klinik. Paare müssen Verträge auf Verfügungsrechte abstimmen. Kinderwunschzentren müssen zertifiziert sein (z. B. nach ESHRE-Standards oder DGGG-Zertifikat).
Regionale Unterschiede gibt es bei der Umsetzung: In Baden-Württemberg achten Aufsichtsbehörden streng auf Registerpflichten. Wählen Sie Kliniken mit DGGG-Mitgliedschaft für höchste Qualität.
Wie finden Sie ein Kinderwunschzentrum für Social Freezing?
Suchen Sie nach zertifizierten Einrichtungen mit hoher IVF-Erfahrung. Kriterien:
- DGGG- oder ESHRE-Zertifizierung.
- Erfolgsraten > 30 Prozent pro Zyklus.
- Transparente Kosten und Beratung.
Auf KinderwunschzentrumFinder.de filtern Sie nach “Social Freezing” in Ihrer Region, z. B. Kinderwunschzentren in Nordrhein-Westfalen. Vereinbaren Sie ein Erstgespräch, um AMH-Werte zu prüfen.
Fazit: Social Freezing bietet eine evidenzbasierte Option zur Fruchtbarkeitssicherung. Lassen Sie sich individuell beraten, um den optimalen Zeitpunkt zu wählen. Mit 438 gelisteten Kliniken finden Sie passende Anbieter bundesweit.
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